Aus Treubau wird TREUREAL. Hinter der Umfirmierung der Mannheimer Immobiliendienstleister verbirgt sich mehr: Das Team um Wolfgang Wingendorf und Lothar Slabik will ein Zeichen setzen – mit Blick zurück und Blick nach vorne.
Die drei gesellschaftsrechtlich unabhängig von einander aufgestellten Unternehmen der Gruppe agieren als TREUREAL GmbH, die für das Facility Management und die Bewirtschaftung steht, als TREUREAL Gebäudeservice GmbH, die technische Dienstleistungen und Hausmeisterservices anbietet und als TREUREAL Consulting GmbH, deren Geschäft Beratungsprojekte sowie Due Diligence und Bauzustandsanalysen sind.
Das Motto der TREUREAL: "Immer einen Schritt weiter gehen als das, was der Kunde als Anforderung formuliert hat."
Wingendorf zitiert im Gespräch mit der Immobilien Zeitung mehrmals das Bild vom sich ständig weiterentwickelnden Wechselspiel zwischen Leistungsangebot, Kundenanforderungen und Produktinnovationen. Das Signal der Umfirmierung soll zweierlei zeigen: "Wir haben in den vergangenen Jahren unser eigenes Tun kontinuierlich professionalisiert. Jetzt, wo große internationale Investoren neue Erwartungen formulieren, setzen wir mit neuen Services ein Zeichen."
Dirk Tönges, Geschäftsführer der TREUREAL Gebäudeservice GmbH, verweist auf Immobench, das vor sechs Jahren aus der Taufe gehoben und mittlerweile gut etablierte Betriebskostenanalyseinstrument. "Wir können jetzt jeden internationalen Investor so bedienen, wie er es will." Die klassische Verwaltung und Bewirtschaftung mausere sich zum professionellen Facility, Property und Asset Management. Tönges: "Die Qualität der Immobench-Daten und insbesondere unser Reporting genügen höchsten Ansprüchen. Zum Beispiel dem, dem Kunden einen konkreten Weg aufzuzeigen, wie die Renditeerwartung von x% erfüllt werden kann." Das Betriebskosten- und das Leerstandskostenmanagement seien binnen weniger Jahre stark professionalisiert worden. Zeitnahe Reports und regelmäßige Jours fixes seien Standard.
Das spreche sich herum: Zahlreiche neue Kunden habe man in jüngster Zeit "auf Druck oder zumindest auf Empfehlung von Kreditinstituten gewonnen", die ihren eigenen Kunden aus der Patsche der Liquiditäts- oder Renditeprobleme helfen wollen. Auch von Bündelungen und vom Dienstleisterwechsel profitiert man am Mannheimer Exerzierplatz, wo man für sich auch in Anspruch nimmt, nicht nur Consultingleistung zu erbringen, sondern auch für die Umsetzung Verantwortung zu übernehmen.
Man hat damit offenbar gute Erfahrungen gemacht. "Selbst kleinste Beratungsprojekte erweisen sich als Türöffner." Das Team um Wingendorf will durch Taten überzeugen. Der Kunde, der die Mannheimer über die Gelben Seiten kennen lernt und ihnen zwei, drei Jahre später ein großes Portfolio anvertraut – nur eine nette Geschichte? Wingendorf: "Nein, das ist für uns durchaus typisch."
Er verhehlt seinen Stolz nicht. Die mancherorts noch als "graue Maus" geltende Treubau bzw. nun TREUREAL hat allein in den vergangenen 18 Monaten Due-Diligence-Projekte auf Käuferseite begleitet, die ein Volumen von rund 3 Mrd. EUR betroffen haben. Man ist für namhafte Investoren tätig. Der TREUREAL-Chef ergänzt bedauernd: "Die Nachfrage ist größer als das, was wir leisten können."
Der forcierte Auftritt britischer und amerikanischer Investoren – ein Drittel des von den Mannheimern verwalteten Wohnungsbestands hat binnen einem Jahr den Eigentümer gewechselt – erfordert neue Leistungs- und Qualifikationsprofile, und "es geht um belastbare Kundenverbindungen in einem sehr hektischen Geschäft".
In der Hauptstadtregion ist TREUREAL besonders dynamisch gewachsen. Im vergangenen Jahr hat sich die Mitarbeiterzahl der dortigen, mittlerweile größten TREUREAL-Niederlassung auf 40 verdoppelt. Sehr große Portfolios und Gebäudekomplexe wurden in Berlin übernommen, zuletzt zum 1. Januar 2006 das über 80.000 m2 große DGZ im Stadtteil Weißensee.
Was ist in nächster Zeit von TREUREAL zu erwarten? "Es werden Pakete geschnürt." Welche? Wingendorf: "Es geht um die Schnittstelle von Portfoliostruktur und Immobilienmanagement." Man sei dabei qualifizierte "Portfolios von Betreiberimmobilien" für Interessenten zusammenzubauen. Und zweitens, bekanntlich ein Lieblingsthema der Mannheimer: "Wir poolen Non-Performing Loans." (ae)
© Immobilien Zeitung 2006
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